Das Supertalent 2012 – Thomas Gottschalk macht die Erwachsenen froh und die Kinder ebenso

In unserer Kurzreihe, was die neue Jury über die Staffel Das Supertalent meint, die am kommenden Samstag an den Start geht, hier nun die O-Töne von Thomas Gottschalk über seine Arbeit bei Das Supertalent.

Viel reden tut er wirklich, das merkt man, wenn man die O-Töne von RTL transkribiert.

Thomas Gottschalk jetzt bei „Das Supertalent“.  Wie kam es zu der Entscheidung?

 ”Ich überlege mir solche Sachen nicht zu lange. Als die Frage kam, ob ich mitmachen will, habe ich eigentlich sofort gesagt ‘Au ja’. Es gab durchaus Stimmen, die mir abgeraten haben, auch laute Stimmen, auch in meiner Umgebung. Aber ich hab gesagt ‘Nee’, das ist ein Abenteuer. Ich finde die Grundidee Casting gut, hab ich auch immer gesagt. Ich hab auch an Castings mitgemacht in meiner Jugend. Casting ist zum Beispiel bei jeder Musical-Veranstaltung ein absolutes Muss für alle junge Schauspieler und insofern ist Casting spannend. Und ich halte natürlich Das Supertalent auch für eine sehr modern gemachte Sendung. Ich hab ja selber darunter gelitten, weil ich eben mit ‘Wetten, dass….?’ die Konkurrenz vom Supertalent sehr stark gespürt habe und nachdem ‘Wetten, dass…?’ für mich erledigt ist und erledigt war, und das habe ich mir ja nun wirklich auch sorgfältig überlegt, hätte ich entweder Pause machen können und in Malibu Däumchen drehen können oder nochmal Abenteuer und Supertalent ist für mich Abenteuer.”

Wie gefällt Ihnen ihr neuer Job?

 ”Man muss sich in jedem neuen Job einarbeiten und das war bei mir natürlich auch so. Die Leute glauben natürlich immer: ‘Ja, wenn man im Fernsehen sitzt, dann macht man alles immer aus dem Stand.’ Aber ich musste mir diesen Platz in der Jury natürlich erst auch ein bisschen zurecht setzen. Ich musste auch erst mal den Mut haben, Menschen zu sagen, dass irgendetwas nicht gut ist. Ich hab ja bisher nur Leute in den Sendungen gehabt, die alles konnten, und wenn sie gescheitert sind, dann hab ich sie getröstet. Aber natürlich immer gesagt ‘Ey, ihr wart großartig.’ Das kann man hier in dieser Position guten Gewissens nicht sagen, weil das Publikum einem ja auch über die Schulter schaut und sieht, dass da manchmal eben auch Leute da sind, die nichts können. Das habe ich dann auch erst lernen müssen, dass Das Supertalent ja in einer Linie dazu da ist, um am Ende ein großes Talent zu präsentieren. Aber eben auch Bühne für Leute, die glauben, sie sind ein Talent und leider glauben das manche hier zu Unrecht.”

Auf was können sich die Zuschauer ab 15. September freuen?

 ”Die Zuschauer können sich natürlich nicht nur auf spannende Acts freuen, sondern eben auch auf eine Jury, die ganz unterschiedlich zusammengesetzt ist. Man hat ja nicht umsonst Michelle zwischen uns beide gesetzt, damit wir uns nicht an die Gurgel gehen. Und natürlich denkt Dieter anders als ich und wenn er genau so denkt wie ich, dann sagt er es anders als ich. Also, das sind schon Unterschiede, sowohl in der Jury als natürlich auch in der Qualität der Acts. Manche sind unglaublich gut, manche sind unglaublich schlecht und manche sind einfach so, dass wir von der Jury dann auch oft unterschiedlicher Meinung sind. Und das sind die drei Elemente, auf die man sich freuen kann.”

Alle warten ja gespannt, wie sich die zwei Dickköpfe, die ehemaligen Konkurrenten verstehen. Was können wir erwarten?

 ”Dieter ist Dieter, ich bin ich. Wir haben uns in der Vergangenheit öfter mal gestritten und wir haben uns auch in den Armen gelegen, in einem Fall haben wir uns sogar geküsst und das ganze Spektrum unserer Liebe zwischen erbittertem Streit und zwischen zwei Männern, die sich seelig in den Armen liegen. Das wird man auch im Supertalent sehen. Mal sind es die Acts, die uns entzweit haben; mal ist es die unterschiedliche Meinung und mal ist es eben Michelle, die wir auf unsere Seite ziehen wollten. Mal hat es Dieter geschafft, mal hab ich es geschafft.”

Was schätzen sie an ihren Kollegen, Michelle Hunziker und Dieter Bohlen?

 ”Die Michelle ist natürlich ein Herzchen. Also, ich hab natürlich gemerkt, dass sie noch mehr Probleme hat als ich, irgendwelchen Menschen zu sagen ‘Das war nichts.’ Sie neigt von vornherein zu einer gewissen Liebenswürdigkeit und versucht natürlich auch noch aus dem schwächsten Kandidaten das Stärkste herauszuholen. Manchmal helfe ich ihr dabei, manchmal muss ich aber auch widersprechen.”

Wie würden sie ihre Rolle in der Jury beschreiben?

 ”Dieter hat natürlich eine ganz besondere Art, die Dinge zu sagen. Manchmal sage ich  ‘Also, das könnte ich nicht.’, das würde auch nicht wollen, weil er dann doch sehr direkt im Ton ist und ihm völlig egal ist, wie der Kandidat auf der Bühne dann damit fertig wird. Aber wir sind natürlich auch oft fachlich einer Meinung, auch wenn die sich anders anhört. Es gibt eben Dinge, die sind genial, das erkennen wir. Es gibt Dinge, die sind schlecht, das erkennen wir auch, sonst wären wir keine Profis und es gibt ein paar Geschichten, um die man sich streiten muss. Ich hätte mich gerne öfter mit ihm gestritten.”

Ja, nun versucht natürlich jeder, seine Rolle in der Jury irgendwie zu definieren. Ich würde mal sagen, ich bin die Stimme der Vernunft. Der Dieter denkt mit dem Bauch, die Michelle mit dem Herzen und ich so gut es geht mit dem Kopf.

Welche Art von Talenten gefällt ihnen besonders gut?

 ”Mir gefallen die überraschenden Talente besonders gut. Wenn nun der zehnte Artist kommt, der 12. Jongleuer und der 15. Zauberer, dann weiß man im Wesentlichen, was einen erwartet. Dann kann die Überraschung eben nur sein, dass eben was anderes kommt, als man denkt. Aber das ist die Ausnahme. In der Regel jongliert ein Jongleur, zaubert ein Zauberer und ein Tänzer halt besser oder schlecht. Ich  bin dann fasziniert, wenn irgendetwas kommt, was man so noch nicht gesehen hat. Wenn man einfach sagt ‘Hoppla, hier ist ein Act, von dem wusste ich gar nicht, dass es sowas gibt.” Das war zum Beispiel in einem Fall, wo es so eine  – das heißt glaub ich Schwarzlicht – wo da plötzlich irgndwelche Tänzer angefangen haben, zu fliegen in so einer Kiste und wo man gesagt hat ‘Wow, das ist etwas, was ich bisher noch nicht gesehen habe.’ und auch deshalb freue ich mich, dass ich beim Supertalent sitze. Weil ich eben ein paar Erkenntnisse sammeln durfte, die ich auch in einer langen Showmaster-Karriere eben bisher nicht gehabt habe.”

Welche Art von Talenten gefällt ihnen weniger?

 ”Naja, ich hab’s ja schon gesagt. Also, diese Jongliererei ist relativ schnell ausgereizt, aber auch da muss man vorsichtig sein, wenn einer mit diesen Keulen kommt, dann kann der also 30 Dinger in die Luft werfen und das Ganze in einem zügigen Tempo. Irgendwie hab ich da kein Gefühl dafür. Als aber ein Jongleur kam, der eigentlich Barkeeper war, der mit Wodkaflaschen jongliert hat, zwischendurch irgendwelche bunte Flüssigkeiten in irgendwelche Gläser eingegossen hat und am Ende uns ein paar bunte Drinks serviert hat, das Ganze in hohem Tempo mit ner starken Musik und sehr, sehr sicher in der Präsentation. Da habe ich gesagt: ‘So kann ich mir Jonglieren auch eingehen lassen.’”

Gibt es ein Talent, das sie gerne gehabt hätten?

 ”Ich habe das große Glück, dass es eigentlich  nur ein einziges Talent gibt, das ich beherrsche. Nämlich zu reden, ohne aufzuhören und insofern war es natürlich auch ein Glücksfall, dass ich damit auch mein Leben lang beruflich damit hantieren konnte und damit auch in Rente gehen werde. Also, ein Talent und das richtig ausgenutzt, ist besser als viele Talente, die alle brotlos sind.”

Es gibt auch viel Kritik daran, dass sie jetzt bei RTL beim „Supertalent“ sitzen. Was entgegnen sie ihren Kritikern?

 ”Ach Gott, ich habe 60 Jahre meines Lebens versucht, es allen recht zu machen. Es ist mir nicht geglückt. Und nun hab ich gesagt: ‘So, jetzt ist es mir auch egal.’ Es geht um Unterhaltung, es geht um Spaß. Die Welt braucht Menschen nicht, die mit den Zähnen Blechdosen zerreissen. Wir haben gerade einen solchen gesehen, aber ich habe auch bei ‘Wetten, dass…?’ einen gehabt, der Kokosnüsse zerrissen hat mit den Zähnen. Das braucht auch niemand. Und nachdem ich in der Tat mein ganzes Leben lang Leute vorgestellt habe, die Dinge konnten, die so man eigentlich nicht braucht. Nichts desto Trotz ist das natürlich ein schöner Beruf, solche Menschen präsentieren zu können.”

Sie werden jetzt mit „Das Supertalent“ auch gegen „Wetten, dass…?“ antreten. Was für ein Gefühl haben sie dabei?

 ”Konkurrenz hab ich immer gehabt und Konkurrenz wird es im Fernsehen immer geben. Ich bin ja gewohnt, gegen Das Supertalent anzutreten, jetzt guck ich mal von der anderen Seite über den Zaun und muss mal sehen, wie der Kollege Lanz mit dieser Konkurrenz fertig wird. Ich hab mich auch an diesen ganzen Diskussionen nicht beteiligt und werde mich daran auch nicht beteiligen. Es ist halt so, dass ich durchaus glaube, dass beim ersten Auftritt vom Markus Lanz die meisten Leuten gucken werden, wie macht der das und da werden mehr Leute ‘Wetten, dass…?’ gucken als Supertalent. Damit kann ich  leben, das ist mir ja auch schon so gegangen. Die Jungen waren immer beim Supertalent, die Ältere waren bei mir, die Älteren hab ich gehabt und die Jungen hab ich halt jetzt. Das ist halt wie bei meinen Gummibärchen. Ich  mach die Erwachsenen froh und die Kinder ebenso.”

Wie sehr genießen sie es berühmt zu sein und können sie den Drang vieler Talente beim „Supertalent“ verstehen, auch ihren Moment Ruhm bzw. Bekanntheit zu bekommen?

 ”Na gut, das Berühmt sein ist natürlich auch nicht abendfüllend. Also, wenn Du Bauchschmerzen hast, dann tut der Bauch gleich weh, ob Du nun berühmt bist oder nicht berühmt bist. Und berühmt zu sein, heißt ja auch nicht, dass man automatisch glücklich ist. Die Leute glauben immer, wenn einen jeder kennt, ist das das Schönste was einem passieren kann, und das Laufen über rote Teppiche ist auch nicht so, dass man sagt, dazu muss man sein Leben lang irgendwo einen Blödsinn machen. Bloß, damit man als Prominenter durchgeht. Also, ich glaube, ein vernünftiger Beruf, der einen ausfüllt, der einen glücklich macht, aber einen nie auf den roten Teppich bringt, ist letztendlich eine bessere Entscheidung, als krampfhaft zu versuchen, irgendwie als IT-Girl oder als IT-Boy oder als Pseudo-Promi oder C-, D- und F-Promi da irgendwo grade noch so da so einen Zipfel des roten Teppichs zu erhaschen, das bringt einen bestimmt nicht weiter.”

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Über den Autor: 23 Jahre Erfahrung im Verlagswesen, angefangen als Schriftsetzer, später Gruppen-/Abteilungsleiter für den Empfang digitaler Druckunterlagen

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