Menowin Fröhlich verhaftet – Loser des Jahres 2011 ?

Menowin Fröhlich verhaftet – Loser des Jahres 2011 ?

Quelle: www.radiogong.com
Mit freundlicher Genehmigung von www.radiogong.com

Gibt es eigentlich irgendetwas, das mal klappt bei Menowin Fröhlich? Noch nicht einmal seine eigene Flucht war gut genug organisiert, um ihm länger als einen zusätzlichen Tag Freiheit zu schenken. Nach weniger als 36 Stunden wurde er von herbeigerufener Polizei verhaftet.

Mehrzad Marashi und Menowin Fröhlich (c) RTL

Am 15. Februar hätte er sich zwischen 9 und 10 Uhr in der JVA Darmstadt melden sollen, um seine Resthaftstrafe von 313 Tagen anzutreten. Er wurde mit 17 Jahren  zu 2,5 Jahren Jugendhaft  verurteilt und bekam nach dem Absitzen von 2/3 der Zeit Bewährung, obwohl er zwischenzeitlich drei Jahre auf der Flucht war. In dieser Zeit gründete er mit seiner Freundin eine Familie, aus der drei Kinder hervorgingen.

Gleich nach seiner Haftentlassung meldete er sich bei der Castingshow DSDS und wurde im April 2010 Zweiter nach Mehrzad Marashi.

Ein halbes Jahr ging alles gut. Die Presse lobte den jungen Sänger und er bekam Traumnoten beim Zuschauer-Telefonvoting. Nur ein einziges Mal verfehlte er Platz 1. Und das war ausgerechnet beim Finale.

Vorausgegangen waren diverse Unstimmigkeiten. Meno zeigte sich nicht als braver und fügsamer sondern eher als bockiger und nicht teamfähiger Kandidat. Nachdem er im März aus der gemeinsamen Kandidaten-Villa kurzfristig verschwand und niemand wusste, ob er überhaupt wieder zurück kommen würde, wehte plötzlich ein anderer Wind durch den deutschen Blätterwald. Die Zeitungen und Blogs, die immer auf seiner Seite waren, schwenkten um, nachdem sie ihn zum ersten Mal dabei erwischten, nicht die Wahrheit zu sagen.

Die Presse wird ungern belogen und schlägt entsprechend zurück.

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Jetzt hatte er es sich verscherzt. Seine Strafakte war Thema, Lügen wurden aufgedeckt und es gab eine erste anonyme Anzeige wegen Drogen kurz vor dem Finale. Als die Bild-Zeitung am Finaltag dazu aufrief, Mehrzad Marashi zu wählen, weil dieser Menowin Fröhlich kein Superstar sein dürfte, da war sein Schicksal eigentlich schon besiegelt und es hat kaum jemanden überrascht, dass er nur Zweiter wurde. Keinen, außer ihm selbst, denn er schien sich seines Sieges sicher zu sein.

Wenn jemand denkt, jetzt ging es bergab mit ihm, der täuscht sich. Ralf Siegel war einer der ersten Produzenten, die sofort mit ihm arbeiten wollten. Danach Moses Pelham. Aber solange er vertraglich durch die DSDS-Teilnahme gebunden war, ging nichts. Auch Dieter Bohlen hätte gerne ein Duett mit ihm und dem Gewinner der Staffel aufgenommen. Menowin wollte nicht. Er hatte sich inzwischen mit der gesamten Kandidatengruppe entzweit. Ein Miteinander, gerade mit dem Gewinner, war für ihn wohl nicht mehr möglich.

Es hätte seine erste Single werden können.

Den „großen Preis“ gewannen dann die Booker Lugner/Werner (siehe auch das Buch von Helmut Werner über diese Zeit: „Alles außer Fröhlich“). Es gab einen Dreimonatsvertrag mit der Option auf Verlängerung, der allerdings nach 2,5 Monaten von den Österreichern gekündigt wurde. Menowin zeigte in dieser kurzen Zeit sein Talent, Fans zu beeindrucken, obwohl er ständig über Stunden zu spät kam, oft seinen Text bei seinen Auftritten vergaß, eigenwillig Meet&Greets nicht wahrnahm, und einige  Auftritte einfach nicht wahrnahm.

Alles außer Fröhlich / Cover (c) Gryphon Verlag
Alles außer Fröhlich / Cover (c) Gryphon Verlag

Von Helmut Werner weiß man, dass der ihm gut zugeredet haben will, die Bewährungsauflagen zu erfüllen. Menowin aber wollte nicht. Zum Eklat kam es, nachdem der Österreicher am 3. Juli plötzlich eine lange Platzwunde auf der Stirn hatte, die von Menowin verursacht worden sein soll. Es kam zur Anzeige. Auch soll er dem Booker noch 103.000 Euro schulden, wie dieser in einem Interview mit Viva/MTV mitteilte. Ein Veranstalter verklagte ihn auf 64.000 Euro. Es sind alles Verfahren, die noch laufen und noch nicht abgeschlossen sind und die möglicherweise auch zum Bewährungswiderruf beigetragen haben können.

Menowin hatte innerhalb kürzester Zeit über 200.000 Euro verdient, aber mit einem letzten Auftritt in Brake Ende Juli war seine kurze Karriere bereits am Ende, bevor sie begonnen hatte. Es gab noch einmal ein kurzes, schlecht organisiertes Geburtstagskonzert unter der Leitung seines neuen Mangements, dem Team Menowin, das insbesondere aus seinem Cousin, dem ehemaligen Lagerarbeiter Mikel Fröhlich und einer Marion Ihle besteht.

Die Zeitungen und die meisten Blogs wussten nach DSDS kaum noch etwas Gutes über Menowin Fröhlich zu berichten. Er konnte zwar seine Fans faszinieren, aber die zehren und zehrten nur aus der kurzen aktiven Zeit mit Lugner/Werner, wo sie ihn bei öffentlichen Auftritten bejubeln konnten. Es gab danach einfach nichts mehr. Nur noch Versprechen, oft falsche Statements des Managements, CD-Ankündigungen ohne Ende – und Fans, die all das glaubten oder immer noch glauben.

Nachdem Sony ihn aus dem für DSDS-Kandidaten üblichen Plattenvertrag entlassen hatte, gab es angeblich Verhandlungen mit anderen Major-Labels und gerade vor wenigen Tagen will ein Plattenvertrag unterschrieben worden sein. Aber merkwürdigerweise wusste keines der vier großen Labels etwas davon. Auch war er laut diverser Statements ständig im Studio und nahm die Single und das Album auf. Monatelang.

Wahrscheinlich wurden diese Lügengeschichten gestrickt, um die geplante Flucht zu verschleiern und die Fans noch eine Weile bei der Stange zu halten.  Denn Menowin wusste seit August 2010, dass die Bewährung widerrufen worden ist und wollte unter keinen Umständen wieder ins Gefängnis. Seine Anwälte gingen bis zum BGH, das die über 60 Seiten lange Begründung, warum er unbedingt auf freiem Fuß bleiben sollte, aber gar nicht erst annahm. Ein Gnadengesuch wird derzeit noch geprüft und hat keinerlei Auswirkungen auf den Haftantritt, der am 15. Februar hätte erfolgen müssen.

Warum Menowin Fröhlich und seine Anwälte meinen, dass es dem jungen Mann nicht zuzumuten wäre, wegen läppischer Bewährungsverstöße die Reststrafe absitzen zu müssen und deshalb sämtliche Rechtsmöglichkeiten ausgereizt werden, ist kaum jemandem klar, gibt es doch keine bekannte Ausnahmeregelung für Möchtegern-Stars.

CSN wurde durch eine Person aus Menowins näherer Umgebung von der geplanten Flucht ins Ausland informiert. Angeblich waren und sind etliche Personen hier als Helfer und auch Mitwisser involviert. Wir haben diese Information nicht sofort veröffentlicht sondern erst einmal das Management-Team um eine Stellungnahme gebeten. Die blieb allerdings aus. Kein Wunder, denn zu dieser Zeit war Menowin bereits untergetaucht.

Nach weniger als 36 Stunden war alles aus. Dummerweise hat er noch am Tag seiner Einberufung in die JVA in Dortmund ein Bräunungsinstitut besucht und wurde auch von Nachbarn des Hauses erkannt, in dem er sich versteckt hielt. Im Polizeibericht heißt es dazu:

Der 23-jährige Hasso Menowin Fröhlich wurde am heutigen Abend, am 16.02.2011, um 19.45 Uhr, in Dortmund, Preinstraße festgenommen.

Auch das Team Menowin hat seine Sprache wieder gefunden. Auf der offiziellen Homepage liest sich das so:

Liebe Fans,
gestern sollte der Beginn der Reststrafe von Menowin vollzogen werden.
Heute hat er die Haftstrafe angetreten.
Wir bitten euch bleibt trotzdem ruhig, den die Anwälte sind noch mit dem Fall beschäftigt.
Bis über die weiteren Schritte der Anwälte gerichtlich entschieden wird muss Menowin nach derzeitigem Stand jedoch in Haft bleiben.
Steht weiterhin hinter Menowin, es wird alles getan damit er bald wieder in Freiheit ist.
Wir halten euch auf dem laufenden.
Liebe Grüße
Team Menowin

Inzwischen wollen Menowins Anwälte übrigens eine Petition beim Bayrischen Landtag eingereicht haben, um eine Begnadigung ihres Mandanten zu erreichen. Einfach nur noch peinlich, finden wir.